»Wachtberger Kugel« 2017 – Preis für Komische Lyrik ausgeschrieben

Die vielfältige Kulturszene in der Region wird um ein echtes Highlight bereichert: Der Leiter des Wachtberger Büchereiverbundes, Dieter Dresen, und »Schattenspringer« Herbert Reichelt haben sich entschlossen, einen Literaturpreis für Komische Lyrik auszuschreiben. »Wachtberger Kugel« haben die beiden den Wettbewerb getauft. Herbert Reichelt, der neben Krimis auch selbst »Komische Gedichte« schreibt, hatte im Januar die Initiative für diesen Wettbewerb gestartet, weil er festgestellt hatte, »dass diesem interessanten und vor allem für die Leser und Zuhörer so amüsanten Genre im heutigen Literaturbetrieb viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Schaut man sich das aktuelle Spektrum der Literaturwettbewerbe an«, so Reichelt, »dann erkennt man sofort, dass es nur sehr wenige explizit auf Komische Lyrik ausgerichtete Preise gibt.« Und das findet er höchst bedauerlich, denn die deutsche Literatur verfüge mit Schriftstellern wie Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Mascha Kaléko, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Eugen Roth, später mit Heinz Erhardt oder in jüngerer Zeit mit den Autoren der »Neuen Frankfurter Schule« doch über eine hervorragende Tradition in diesem komischen Genre.

 

Und in Wachtberg fand der Berkumer Autor sofort Mitstreiter für seine originelle Idee: Dieter Dresen, der Leiter des Büchereiverbundes, ließ sich ohne Zögern anstecken. Zusammen organisieren die beiden nun diesen Lyrik-Wettbewerb. Eine hochkarätige Jury aus der Wachtberger Kulturszene war ebenfalls schnell gefunden. Keiner der Angesprochenen ließ sich lange bitten: Hans-Jürgen Döring, ehemaliger langjähriger Bürgermeister, Erwin Ruckes, Kulturjournalist und bekannter Jazzmusiker, Anja Rüdiger, Lektorin und Übersetzerin, und Michael Schmid-Ospach, ehemaliger Sprecher von ARD und WDR und »Kulturweltspiegel«-Moderator sowie früherer Geschäftsführer der Filmstiftung NRW – sie alle arbeiten in der Jury des Wettbewerbs mit. Außerdem mit dabei: Hans Weingartz, Inhaber des Kid Verlags in Bonn-Küdinghoven, der eine Anthologie mit den besten Wettbewerbsbeiträgen verlegen wird.

 

Die Gemeinde Wachtberg und namentlich Bürgermeisterin Renate Offergeld unterstützen das Projekt nachdrücklich. Aber auch finanzielle Förderer hat der Wettbewerb mit dem Förderverein »Kunst und Kultur in Wachtberg (KuKIWa)« sowie der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg und dem Wachtberger Energieanbieter enewa inzwischen gefunden. 

 

Die Ausschreibungsfrist läuft bis zum 31. August 2016. Bis dahin können geübte Schriftsteller genauso wie Hobbypoeten ihre Gedichte zum Wettbewerb einreichen. Bedingung: Heiter, witzig, komisch müssen sie schon sein, wenn die Einsender zur Abschlussveranstaltung am 14. Januar 2017 ins Adendorfer Drehwerk eingeladen werden wollen. »Natürlich sind wir sehr gespannt auf die Resonanz in der Region. Wir hoffen jedenfalls, dass sich gerade aus der näheren Umgebung viele Talente angesprochen fühlen. Dass die Region über eine außergewöhnlich reichhaltige Literaturszene verfügt, wissen wir ja«, so Reichelt. Allerdings ist der Wettbewerb gleich bundesweit ausgeschrieben worden, um auch Interessenten aus anderen Regionen die Beteiligung zu ermöglichen.

 

Und es gibt Preise zu gewinnen: Ein Jury- sowie ein Publikumspreis warten auf die Gewinner des Wettbewerbs. Die jeweiligen Sieger erhalten nicht nur eine schöne Wettbewerbstrophäe, eine handgetöpferte »Wachtberger Kugel«, die der Adendorfer Töpfer Peter Hansen fertigt. Vielmehr bekommen sie auch ein Preisgeld von jeweils 300 Euro. Für die jeweiligen Zweit- und Drittplatzierten gibt es immerhin noch je 100 Euro.

 

Damit das Ganze auch gut organisiert über die Bühne gehen kann, haben Dresen und Reichelt inzwischen auch eine eigene Internetseite für den Wettbewerb aufgelegt (www. wachtberger-kugel.de). Hier finden sich in geballter Form alle Informationen, die man für eine Teilnahme am Wettbewerb benötigt.

 

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Kommentare: 16
  • #1

    Hans G. Gohlisch (Sonntag, 14 August 2016 14:16)

    Sehr geehrte Jury,
    bitte mehr von diesen wunderbaren Wettbewerben!
    Deutschland steht ja in Sachen "Komischer Lyrik" ganz gut da, wenn ich an die Oldies, wie z.B. Morgenstern, Ringelnatz, Busch, Erhardt, Gernhardt etc. denke. Von den Neuen, Nehm ich mal an, kennen wir hoffentlich auch den einen oder anderen Nahmen.Aber dieses Erbe will gepflegt und gehegt werden.
    Dafür brauchen wir m.E. mehr mutige und humorvolle Verleger! Wir brauchen - gerade auch in schwierigen Zeiten - das Lächerliche, das Provokante, das Fröhliche und das Befreiende!
    Wachtberg wird Witziges würdigen!

  • #2

    Hans-Georg Gohlisch (Donnerstag, 08 September 2016 14:37)


    aufgewacht und mitgemacht
    kugeln googlen
    bis es kracht
    wachtberg schmunzelt
    es rapunzelt
    komisch wird die neue zeit
    weil das lachen uns befreit
    aufgewacht und mitgemacht
    kugeln googlen
    losgelacht

  • #3

    bjarne pedersen (Sonntag, 11 September 2016 20:03)

    hallo
    gute idee mit spass - spass ist imer gut ironi witz humor - beste tugend fuer lustige zukunft! bitte weiter machen / weiter lachen!
    bjarne aus gråsten (danemark)

  • #4

    Marietta Reval (Freitag, 16 September 2016 19:32)

    Guten Tag,
    wenn der Tag mit einem Laecheln beginnt, dann koennte es tatsaechlich ein guter Tag werden. Und Sie, in Wachtberg, wollen das Komische foerdern und preisen. Wunderbar!
    Die interessantesten Voegel starten und landen im Land des Laechelns: Die Lachmoewen.

  • #5

    H. U. Mohr (Samstag, 17 September 2016 21:35)


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    kein vernunftbegabter Mensch wird ernsthaft bestreiten, dass der Humor ein wichtiger Bestandteil unserer menschlichen Existenz ist. Ohne die Zeilen der hochbegabten Lyriker und Dichter, wie z.B. Morgenstern, Ringelnatz, Busch, Tucholsky, Finck, Erhardt, Gernhardt usw., wäre so manches Schicksal anders verlaufen. Aber Gedichte sind es, die entlarvend wirken, wenn man zum richtigen Zeitpunkt die passenden Verse rezitieren kann:

    "Herr Stumpenhagen, warum wollen Sie eigentlich nie mitmarschieren? Wir werden bald die Zukunft sein!"
    Stumpenhagen; "Ach, wissen Sie, Herr Kreisleiter, ich bin jetzt fast 70 Jahre alt - meine Zukunft endet wahrscheinlich, wenn die ihrige zu beginnen scheint. Da lohnt sich der ganze Aufwand doch gar nicht mehr."
    "Wie soll ich das denn verstehen?"
    Stumpenhagen: "Ach, wissen Sie, ich bin ja schon lange gehbehindert. Und das Geschrei auf den Marktplätzen höre ich kaum noch. Ja - und durch meine Rheuma-Anfälle kriege ich nicht mal mehr meinen rechten Arm nach oben!"

    (aus: hagego / "Fiktive Gespräche")

  • #6

    Hinnerk Büskelkamp (Sonntag, 18 September 2016 14:32)

    Hallo Leute,
    ich würde auch gern, wenn ich darf, ein paar Namen in den Ring werfen: Heine, Hugo Ball , Dürrenmatz, Robert Neumann, Jandl, Kreisler, Werner Schneyder, Munkelbach, Otto Reuter, Bernstein.
    Ach, es ist so eine Sache mit der Aufzählerei: Irgendeine wichtige Figur vergisst man immer, dafür schleicht sich manchmal ein Name ein, den man selbst kaum noch zuordnen kann, wie beispielsweise Meyer/Meier/Maier/Mayer oder Schmidt/Schmitt/Schmid oder Schulz/Schultz/Schulze/Schultze.

    Komisch/Komysch/Komysz!

  • #7

    Claude Strasberger (Sonntag, 18 September 2016 21:40)

    Geehrte Damen und Herren -

    Wenn ein Otter aus Ottawa nach Ottensen zieht,
    was selten geschieht,
    dann will er zumeist auch sehr schnell zurück -
    und weder nach Bersen- noch Osnabrück.

  • #8

    Joachim Böttblödel (Dienstag, 20 September 2016 22:45)

    od engewal tschu lemau erphal loutputi nkiki miegras shalmkra usglatt sehock neyup seitz jans senhai nefackel ducklew eckerfa raoh saulstheinzerlou reedw aderwill witzi gwerdenhub allgon ettser richtersyri eneine urojobteatip dieäten epub lickcartof fels al atelek troautorl am paduse flycht lüngsünt erk unft ekom usz

  • #9

    H. R. Lechle (Mittwoch, 21 September 2016 22:21)


    audiatur et altera pars ;-)

  • #10

    Nerve Finckenthal (Donnerstag, 29 September 2016 21:23)

    Ihr warmherzigen Humoristen,
    warum kommt hier eigentlich kein fröhlich-spontaner Gedankenaustausch zustande? Die Sache wär's doch wirklich wert!
    Also bitte, schreibt doch auch mal ein paar Zeilen über das Komische, über den Wettbewerb und überhaupt! Das ist ja geradezu zum Langweilen, wenn man doch weiß, dass es mindestens 50 sehr gute Lyriker gibt; die intelligent, gebildet und - ja! - auch komisch sind.

    Ihr Albernen und Witzigen und Skurilen und Lustigen und Makabren und Humorvollen und auch Komischen: Wo seid ihr? Etwa schon auf dem Wege nach Telgte oder gar nach Wachtberg?

    Schreibt es euch hinter die Ohren ... aber schreibt!

  • #11

    Gerhardt Robernt (Sonntag, 02 Oktober 2016 13:57)


    Geehrte Kugel-Jury,
    gerade habe ich mal im Ryder-Cup vorbeigeschaut. Zur Zeit sieht es für die Europäer nicht so rosig aus: USA vs. Europa 9,5:6,5.
    Nun gut - wichtiger ist wohl doch der Writer-Cup. Denn der bringt die Menschen ins Land des Lächelns.
    ;-)

  • #12

    Jens-Walter Eims (Montag, 17 Oktober 2016 00:50)


    Eigentlich wollen wir das Langweilige, das Tradierte verlassen. Wir wollen unsere Fußabdrücke auf den nur noch wenigen weißen Flecken hinterlassen.
    Aber wenn es denn soweit ist, geraten wir ins Wanken. Kann das gut gehen? Bleibe ich mit meinem Vorpreschen allein? Werde ich zum kulturellen Extremisten? Was ist absurd, was ist komisch? Bin ich komisch oder bin ich überhaupt nicht komisch? Oder noch schlimmer: Bin ich sozusagen nur Aus Versehen komisch?

    Wir können und müssen zum Glück nicht alle Fragen, die uns Hegel, Bloch, Heidegger, Marcuse etc. gestellt haben, beantworten. Aber wir sollten - u.a. - den Ringelnatz'schen Ameisen Beachtung schenken. Über Kästners Neuverfilmung "Email und die Detektive" nachdenken, Gernhardts "Wörtersee" nicht versickern lassen, Fincks Sätze seinen Pausen gegenüberstellen. War Jandl ein konservativ-radikaler Wortakrobat? Warum eigentlich sagen Steinbergs Cartoon-Striche mehr aus als Stuttgarts Bus-Linien?

  • #13

    Duck Trumpeldeer (Sonntag, 23 Oktober 2016 18:36)


    Manchmal ist die Wirklichkeit
    nur die reine Wahrheit,
    die sich in eine Grimasse
    verwandelt hat.

  • #14

    Donald Drump (Mittwoch, 09 November 2016 19:38)


    +++ Heute ist das Komische
    zur Realität geworden! +++

  • #15

    Lori Lindemann (Mittwoch, 16 November 2016 17:38)

    Hat Spaß gemacht!
    Hoffentlich wird's fortgesetzt.
    Vielen Dank!

    Wachtberg weiß,
    dass Humor
    gleichsam eine Waffe,
    aber eben auch
    eine Annäherung
    sein kann.

  • #16

    Sue + Per Schaaf (Freitag, 27 Oktober 2017 21:45)

    Die diesjährige Erklimmung des Wachtbergs musste leider ausbleiben, da wir bei "Deutschland sucht das Superschaf" mitgemacht haben.
    Das war vergnüglich und wird ist bald im DeBehr-Verlag nachzulesen.
    An die Wachtberg-Jury: Bitte weiter so!