Elmar hucko


in frühen Jahren Richter in Köln,

danach viele Jahre Beamter im Bundesjustizministerium,

seit 2006 Vorsitzender des Kunstvereins Bad Godesberg e.V.,

bei der Schreibwerkstatt Godesberg vom ersten Tag an dabei.



Veröffentlichungen:

Von der Liebe zu den Apfelbäumen - Roman, Halle (Saale) 2001

Chinchilla - Komische Geschichten, Norderstedt 2010

Schön ist das Leben - Gedichte, Norderstedt 2013



Texte aus den Schreibwerkstatt-Treffen:

 

Müde

Zehen

Der Maler Gaston

 


Weitere Textproben:

 

 

Margot Käßmann

 

In jener Zeit fuhr Margot Käßmann am Abend heim.

Obwohl sie nur Wasser getrunken hatte

fühlte sie sich beschwingt und euphorisch.

Als eine Ampel auf Rot sprang, trat sie aufs Gaspedal und fuhr weiter.

Ein Polizist hielt sie an

und stellte fest, dass sie 1,5 Promille im Blut hatte.

Margot Käßmann war entsetzt.

Sie konnte ja nicht ahnen,

dass der Herrgott wieder einmal Wasser in Wein verwandelt hatte.

 


Die Godesburg, ein Traum


Ich träume, ich lebte vor 800 Jahren

Ich wäre nie mit dem Auto gefahren

Ich lebte im Jahre zwölfhundertzehn

Und hätte Amerika niemals gesehn

 

Das wäre mir alles sehr, sehr recht

Zumal meine Eltern ein Adelsgeschlecht

Das oben auf der Burg residiert

Und ein Leben in leidlichem Wohlstand führt

 

Ich würde vielleicht einmal Kardinal

Mit sieben Geliebten, Gott wär es egal

Denn ich baute ihm ja den Kölner Dom

So was Prächtiges gibt es nicht mal in Rom

 

Ich sähe hinab von der Burg auf den Rhein

Und würde mich immerzu nur freu´n

Aber würd´ ich am Po an Pilz erkranken

Käme mein Traum schon sehr ins Wanken

 

Das würde sich nämlich lange hinzieh´n

Denn damals gab es kein Nystatin

Auch Penizillin gab es damals noch nicht

Aber die alles verzehrende Gicht

 

Im Rheintal wütet die Cholera

Und zwölfhundertelf ist die Pest wieder da

Nehm ich das alles zusammen, Ihr Leute

So leb ich doch wohl lieber im heute