Thomas Ortmanns


Jahrgang 1967, wohnt in Swisttal bei Bonn.

Er ist gelernter Jurist, war Projektleiter und Redakteur und ist jetzt freiberuflicher Fotograf und Autor.

Seit 2008 sind Fotografien in Ausstellungen zu sehen — nun macht er auch Texte öffentlich.

Neben Schwarzweiß-Fotografien erschafft er seit Jahren Gedichte, meist mit spirituellem Hintergrund. Die Richtung rührt von der rund zehnjährigen zen-buddhistischen Meditationspraxis her, die er hinter sich gelassen hat. Prägend für seine Lyrik ist die »Poesie des tiefen Augenblicks«. Für ihn ist ein poetischer Text wegweisend, den Daigu Ryôkan im 18. Jahrhundert über das Wort »Gedicht« für etwas »Gekünsteltes« formulierte:

 

»Wer sagt, meine Gedichte seien Gedichte? Meine Gedichte sind keine Gedichte. Wenn du verstanden hast, dass meine Gedichte keine Gedichte sind, dann können wir beginnen über Poesie zu reden!«



weitere Infos und Kontakt:

Internet: http://www.thomasortmanns-poesie.de/

E-Mail: worte@thomasortmanns-poesie.de



Textproben:

 

Poetisch schön

 

Grundfesten Boden ahnen, tief

im Leben. Schön ver-

winkeln Töne auf dem Weg

zu dir nach oben.

Gedicht II

 

Was aus der Seele tropft, trocknend

an der Luft; abgekratzt, geschoben

ein weinig hin und ein weinig her.



Abführen!

 

Das leere Blatt gähnt mit

kahlem Angesicht; doch

mit geblockten Lettern

setzt es quer ganz frech:

Ich gewinne hier!

 

Und die Feder findet keinen

Platz. Aus der Tiefe schlägt

die Zeile einsam der Frech-

heit dann ihr Schnäppchen;

 

wenn sie bis zur Oberfläche

spannt, umzingelt, und ohne

Wenn und Aber sie

gefangen nimmt.

Des Rätsels Kunst

 

Einer legt das Schnitzel aus, der

andere läuft ihm hinterher. Was

für ein Gefühl, das Rätsel lag

Handbreit unter ihm. – Und

die Selbstverliebtheit an-

 

zupfeifen eine Jagt!

 

Einer spricht auf

benachbartem Terrain.

Und der Andere übersetzt

in Worte, die er gerade in sich

hört. Was ein Genuss selber zu

 

verstehen!